Reifendruck im Winter und Sommer: wie viel Luft?
Kurz gesagt: Den passenden Druck findest du über die Angaben auf der Reifenflanke und die Herstellerfreigaben. Beachte die zulässigen Grenzen von Reifen und Felge. Miss mit einem Manometer nach, besonders bei Temperaturwechseln. Einen richtigen Druck für alle Fahrräder gibt es nicht.

Den passenden Druck finden
Auf der Reifenflanke findest du Angaben zum zulässigen Luftdruck, häufig als Mindest- und Höchstwert. Bleibe innerhalb dieser Grenzen. Sind die Angaben unklar oder ist nur ein Höchstwert genannt, prüfe die Herstellerinformationen zu deinem Reifen. Auch die Felge muss für den gewählten Druck und die Reifenkombination freigegeben sein. Es gilt die jeweils strengere Grenze. Innerhalb des zulässigen Bereichs hängt der passende Druck unter anderem von Reifenbreite, Gesamtgewicht, Untergrund und der Verwendung mit Schlauch oder ohne Schlauch ab. Der Höchstwert ist nicht automatisch der empfohlene Fahrdruck.
Warum Kälte den Druck verändert
Kühlt die Luft im Reifen ab, sinkt der Druck etwas. Wenn du dein Rad aus einem warmen Raum nach draußen bringst, kann die Anzeige deshalb später niedriger ausfallen. Bei Wärme steigt der Druck wieder. Dazu kommt der normale, langsame Luftverlust über die Zeit. Miss im Winter bei Temperaturwechseln häufiger nach und prüfe den Druck möglichst bei einer Temperatur, die zu deiner Fahrt passt. Kontrolliere auch im Sommer, besonders wenn das Rad längere Zeit gestanden hat.
Etwas weniger Druck für mehr Grip?
Je nach Reifen, Untergrund und Belastung kann etwas weniger Druck innerhalb des erlaubten Bereichs helfen: Der Reifen passt sich Unebenheiten besser an. Das ist aber keine allgemeine Empfehlung, im Winter Luft abzulassen. Auf glatten Wegen sind auch Profil, Gummimischung und eine angepasste Fahrweise wichtig. Gehe niemals unter ein ausgewiesenes Minimum auf der Reifenflanke und beachte die Herstellerfreigaben. Weniger Druck ersetzt keine geeigneten Reifen und garantiert keinen Halt auf Eis.
Zu wenig oder zu viel Luft
Mit zu wenig Druck verformt sich der Reifen stärker. Auf befestigten Wegen kann dadurch das Treten schwerer werden. Beim Überfahren einer Kante können Schlauch und Reifen zwischen Hindernis und Felge eingequetscht werden; das erhöht das Risiko von Durchschlägen und Schäden. Zu viel Druck macht das Rad weniger komfortabel und kann auf unebenem Untergrund den Bodenkontakt und damit den Grip verschlechtern. Überschreite niemals die zulässigen Höchstwerte von Reifen und Felge.
Mit Manometer nachmessen
Nutze eine Pumpe mit Manometer oder ein geeignetes separates Druckmessgerät. Mit Daumendruck lässt sich der Luftdruck nicht zuverlässig bestimmen. Setze den Pumpenkopf passend zum Ventil auf, lies die Anzeige ab und passe den Druck innerhalb der zulässigen Grenzen an. Prüfe regelmäßig und zusätzlich nach größeren Temperaturwechseln. Wenn ungewöhnlich häufig Luft fehlt, suche nach der Ursache statt nur immer wieder nachzupumpen.
Wenn der Reifen Luft verliert
Schneller oder wiederkehrender Luftverlust kann auf eine Undichtigkeit hindeuten. Fahre nicht mit einem deutlich zu weichen Reifen weiter. Unser Ratgeber zu einem Platten am Fahrrad in Berlin hilft dir bei den nächsten Schritten. Beim Reifenservice bieten wir Schlauchwechsel, Reifenmontage und Pannenhilfe an.
Häufige Fragen zum Reifendruck
Wo finde ich den richtigen Reifendruck?
Prüfe die Angaben auf der Reifenflanke und die Herstellerfreigaben für Reifen und Felge. Beachte ausgewiesene Mindest- und Höchstwerte. Innerhalb dieses Bereichs hängt der passende Druck unter anderem von Reifenbreite, Gesamtgewicht und Untergrund ab. Es gibt keinen festen Wert für alle Reifen.
Warum sinkt der Reifendruck bei Kälte?
Wenn die Luft im Reifen abkühlt, sinkt ihr Druck etwas. Bei Wärme steigt er wieder. Kontrolliere deshalb nach Temperaturwechseln mit einem Manometer. Normaler Luftverlust über die Zeit kann zusätzlich eine Rolle spielen.
Darf ich im Winter mit weniger Druck fahren?
Etwas weniger Druck kann je nach Reifen und Untergrund sinnvoll sein, aber nur innerhalb der zulässigen Grenzen. Gehe niemals unter ein ausgewiesenes Minimum auf der Flanke. Weniger Druck garantiert keinen Halt auf Eis.
Wie kontrolliere ich den Druck zuverlässig?
Verwende eine Pumpe mit Manometer oder ein geeignetes Druckmessgerät. Prüfe regelmäßig und nach größeren Temperaturwechseln, möglichst bei einer Temperatur, die zu deiner Fahrt passt. Eine Prüfung mit dem Daumen reicht nicht aus.
Über die Autoren
Dieser Ratgeber wurde vom BikeShop-Friesen-Team verfasst.
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